Wettkampf der jüngsten Turnerinnen

Sonntag, 25. Juni 2023 - 13:38

Die jüngste Mannschaft des TV Horrenberg startete am vergangenen Wochenende, in Eberbach, in ihren aller ersten Ligawettkampf überhaupt.

Schon am ersten Gerät, Boden, starteten die Mädchen alle mit fehlerfreien und ausdrucksvollen Bodenübungen, und auch am Sprung und am Reck wurden gute Übungen präsentiert. Einen super Abschluss gab es dann am Balken, wo wir den Wettkampf Sturz frei und sehr sicher beenden konnten.

Trotz den Umständen, dass wir 2 Mädchen an dem Tag vermisst haben und somit nur als sehr kleine Mannschaft, mit 5 Kindern an den Start gegangen sind und jeder an jedem Gerät abliefern musste, hat es für den 3. Platz von 7 Mannschaften gereicht. Außerdem konnte sich unsere Turnerin Laura Hartman den 1. Platz in der Einzelwertung, also aus allen anderen Turnerinnen an diesem Tag, sichern.

Alle Beteiligten sind extrem stolz und zufrieden mit dem Ergebnis und freuen sich auf die restlichen 2 Wettkämpfe die, im Laufe der Wochen, noch in dieser Ligarunde anstehen.

Yoga im Freien. – Ist Yoga hauptsächlich für Gelenkige?

Sonntag, 4. Juni 2023 - 19:08

Unsere Vorstellungen von Yoga sind normalerweise von sportlicher Leistung geprägt, aber auch von Gesundheit und Streßprävention. Nützlichkeitsgedanken stehen in der heutigen Yogaszene nicht nur im Westen im Vordergrund, wo vor allem auch der Wunsch nach dem hip und woke sein wollen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die Meisten denken im Zusammenhang mit Yoga an Lifestyle, vielleicht an ein mysteriöses Erwachen (im spirituellen Sinne). Andere denken an Krankenkassen, Kreuzweh und Migräne. Oder an die Erstattungsfähigkeit von Kursgebühren für Präventionskurse.

Sicherlich ist Yoga kein Turnen. Wer das Wort „Yoga“ in den Mund nimmt, spricht, ob er’s nun weiß oder nicht, eine der sechs großen philosophischen Lehrsysteme Indiens an. Diese sind (1.) „Nyaya“; das sich um Logik und Erkenntnistheorie dreht; (2.) „Vaisheshika“, eine Naturphilosophie; (3.) „Samkya“, eine dualistische Philosophierichtung, die auf Befreiung von Leid ausgerichtet ist; (4.) unser bekanntes „Yoga“, eine Philosophie, die konkrete und praktische Lösungen zur Befreiung vom Leid (im spirituellen Sinne) im Sinn hat; (5.) „Mimamsa“, das von einer Art Liturgiewissenschaft zur Erkenntnistheorie wurde und schließlich (6.) „Vedanta“, ein System, das von den vedischen Schriften ausgehend, ein streng logisches System zu Selbstbetrachtung und Selbsterkenntnis entfaltet und ebenfalls die Befreiung vom Leid der Welt zum Ziel hat.

Yoga ist also nur eins aus sechs. Im Yogasutra, einem grundlegenden, etwa 2000 Jahre alten schriftlichen Leitfaden des Yoga, heißt es gleich im ersten Satz: „Hier folgt eine Einführung in Yoga, die auf Erfahrung beruht.“ Das ist, angesichts der Vielfalt und bestechenden Logik ausgeklügelter indischer Philosophieschulen schon geradezu tröstlich. Es geht im Yoga um Praxis, die auf Erfahrung beruht, nicht um komplexe Theorien.

Wie aber sieht diese Praxis aus? Das Yogasutra beschreibt zunächst Regeln, die eine klare innere Haltung der Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Selbstkontrolle empfehlen; dann, als nächstes, Regeln, die das Verhalten nach „außen“, gegenüber anderen, der Umwelt und Mitwelt und gegenüber dem Göttlichen benennen und allgemein zu Zurückhaltung und Respekt auffordern. Beides dient dazu, sich innerlich und äußerlich eine friedliche Übungsatmosphäre zu schaffen. Dann beschreibt das Yogasutra, wie Yoga anhand von Körperübungen, Atemübungen, mentalen Kontrollübungen, Konzentration, Meditation (die als mühelos aufrechterhaltene Konzentration zu verstehen ist) und schließlich umfassender Stille in die „Einheit“ (Samadhi) führt … salopp gesagt und etwas weiter gefaßt: zum Frieden mit Gott und der Welt.

Und wie macht man das konkret? Zum Beispiel, indem sich das Ziel vornimmt, in Frieden mit Gott und der Welt zu sein. Dazu betrachtet man zunächst absichtlich einfach alles (!) mit Wohlwollen. Man gibt also die Unterscheidung von „gut“ und „schlecht“ auf. Dann gibt es keine Leistung, keine Anstrengung mehr, die es wert wäre, daß man sich freut, wenn man erreicht, was man wollte; oder über die man sich ärgert, wenn man nicht erreicht, was man wollte… Man pflegt allem und jedem Ding und Ereignis, jedem Menschen gegenüber wohlwollende Akzeptanz. Dazu tritt Demut und schließlich Hingabe an das entschlossene Tun. Ähnlich, wenn Goethe sagt: „Es kann wohl sein, daß der Mensch durch öffentliches und häusliches Geschick zu Zeiten gräßlich gedroschen wird; allein das rücksichtslose Schicksal, wenn es die reichen Garben trifft, zerknittert nur das Stroh, die Körner aber spüren nichts davon und springen lustig auf der Tenne hin und wider, unbekümmert, ob sie zur Mühle, ob sie zum Saatfeld wandern.“ (Goethe, Maximen und Reflexionen, 1833)

Man konzentriert sich, bündelt seine Achtsamkeit auf’s Ziel…und bleibt doch mit allem im Hier und Jetzt. Mit jedem Ausatmen entspannt man sich; mehr und mehr, weiter und weiter, tiefer und tiefer. Man achtet auf die Haltung, atmet… entspannt erneut, läßt los, läßt fahren dahin, gibt Anhaften und Festhalten auf… Alles ist Bewußtsein, Klarheit; tief im Innern weiß man: Nicht ein Haar kann man schwarz oder weiß machen… (Mt. 5,36). Alles ist gut…und alles ist, wie es ist.

Dazu muß man weder einen Spagat machen noch einen Kopfstand können. Man muß definitiv nicht gelenkig sein. Man kann aber atmen lernen, lernen, innerlich ruhig zu werden, man kann lernen, sein eigener Beobachter zu sein… man kann sowieso „nicht ein Haar schwarz oder weiß machen“. Das einzusehen, beruht auch auf Erfahrung. – Aber Gutes zu tun, dazu ist man in der Lage. Und man kann lernen, sich zu entspannen. So schließt man Frieden mit Gott und der Welt. – Dann ist das Ziel des Yoga erreicht: Yoga citta vritti nirodah. Wörtlich: „Yoga ist der Zustand, in dem die Bewegungen [des meinenden Ego] in eine dynamische Stille übergehen.“ (YS 1.,2 in Anlehnung an ein Übersetzung von R. Sriram.)

Und manchmal bricht das alles wieder zusammen. Dann fängt man von vorne an, Schritt für Schritt. Deshalb wird Yoga auch ein „Weg“ genannt.

Termin: Donnerstags, fortlaufend.

Zeit: 17:15 – 18:30 Uhr

Ort: Bolzplatz (R4) Balzfeld

Leitung: Andreas F. Albrecht, Übungsleiter für Yoga, QiGong- und Kampfkunstlehrer, Entspannungspädagoge.

Yoga im Freien: Zwischen Chlorophyll und Hämoglobin

Montag, 29. Mai 2023 - 9:09

Die Tage sind weit in den Mai gerückt und zweifelsfrei können wir die schöne Atmosphäre auf dem alten Sportplatz unter den Bäumen genießen. Allmählich verfliegen die Corona-Bedrückungen und nach und nach normalisiert sich der Übungsbetrieb und vor allem der Umgang miteinander.

Yoga ist wohl nur im Freien an seinem rechten Ort: Die Verbindung von Mensch und Natur wird unmittelbar: Sauerstoff ausatmen und CO2 einatmen ist das Teil der Pflanzen, die äußerlich grün sind. Dagegen ist CO2 ausatmen, aber Sauerstoff einatmen das Teil der Menschen (und vieler Tiere), die innerlich – im Blut – rot sind. Ein interessanter Zusammenhang: Zwischen rot und grün, innen und außen, zwischen Flora und Fauna pendelt der Gasaustausch. Geben und Nehmen befinden sich in lebenserhaltendem Kreislauf und Gleichgewicht. Das aufeinander Bezogen-Sein ist Symbol und Realität: Das Molekül des Blattgrüns (Chlorophyll) und das Molekül des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) sind bis auf ein einziges Atom, oder genauer, ein einziges Ion völlig gleich: Wo das rote Hämoglobin ein Eisenion (Fe2+) in seiner Mitte umfaßt, sitzt im grünen Chlorophyll ein Magnesiumion (Mg2+). Was die Pflanzen ausatmen, atmet Mensch und Tier ein; was Mensch und Tier ausatmen, atmen die Pflanzen ein.

Auf die Bedeutung des Atems in der Yogaübung haben wir schon hingewiesen. Im Yoga gehören Bewegung und Ruhe zusammen, Ausatmen und Einatmen sind von zentraler Wichtigkeit für die Strukturierung der Übungen; aber auch Atmen und Nichtatmen sind bedeutende Pole des yogischen Prozesses.

Das Nichtatmen oder Atemanhalten nennt man im Sanskrit, der Fachsprache des Yoga, „Kumbhaka“. Es gibt drei Arten von Kumbhaka: Bahya Kumbhaka (Atemanhalten nach Ausatmung), Antara Kumbhaka (Atemanhalten nach Einatmung) und Kevala Kumbhaka. Das ist ein neutraler Zustand der Atmung, in dem der Atemvorgang in einem Schwebezustand zwischen Ein- und Ausatmung Ruhe findet.

Kumbhaka kann also nicht nur nach voller aus- oder Einatmung erfolgen, sondern auch bei sehr ruhigen subtilen Atemmethoden Anwendung finden. Dann ist es nur die beschriebene stille Pause nach der Ein-oder Ausatmung, die wir als leichten Übergang in der Vier-Phasen-Atmung praktizieren.

Antara Kumbhaka, das Atemanhalten nach der vollen Einatmung, bewirkt eine Ausdehnung des Rumpfes, insbesondere der Lungen und der Atemhilfsmuskulatur. Antara Kumbhaka erhöht den Druck, aber auch das Energiepotential im Körperinnern. Es erweitert als (vorsichtig und umsichtig angewandte!) „innere Dehnübung“ den Atemraum. Die Antara-Atempause kann man meist über längere Zeitabschnitte mühelos halten. Trotzdem ist es mit Maß und Ziel anzuwenden, wie Atmung überhaupt ein delikates Thema ist, an das man mit Verstand, Körpergefühl und viel innerer Sensibilität herangehen muß.

Die zweite Methode, das Bahya Kumbhaka, erfolgt nach voller Ausatmung und wird in der Regel durch sogenannte Bandhas, das sind innere Haltespannungen bestimmter Muskelgruppen, gestützt. Dieses Atemanhalten bewirkt eine Leere im Rumpf, erzeugt ein Gefühl von Kontraktion, von Leere und Leichtigkeit. Es fördert die Entgiftungsprozesse im Körper und wirkt beruhigend und klärend auf die mentale Verfassung.

Kevala Kumbhaka schließlich führt in die tiefe Meditation. Nichts wird erzwungen, wie generell bei den Atemanhaltemethoden nichts erzwungen werden darf. Beim Kevala Kumbhaka wird das gesamte Atemsystem entspannt, alles kommt zur Ruhe, alles löst sich. Der Übende beobachtet gelassen den schwebenden Zustand zwischen Ein- und Ausatmung, der solange dauert, bis der Körper den Atemfluß fortsetzt. Es ist das typische Atemfülle- bzw. Atemleeregefühl bei der Vier-Phasen-Atmung, die auch im QiGong eine wichtige Rolle spielt. Kevala Kumbhaka erzeugt eine friedvolle Geistesverfassung und beruhigt vor allem das gesamte Nervensystem. Das Wort Kevala bedeutet: „eigenschaftslos, rein“ und zugleich „vollständig und vollkommen“. Kevala Kumbhaka weist auf den der Zustand tiefer Meditation hin, in dem der mentale Geist zur Ruhe kommt, das Denkkarussell ausläuft und das klare, gedankenbefreite Bewußtsein zutage tritt.

Termin: Donnerstags, fortlaufend.

Zeit: 17:15 – 18:30 Uhr

Ort: Alter Sportplatz Balzfeld (R4)

Leitung: Andreas F. Albrecht, Übungsleiter für Yoga, QiGong- und Kampfkunstlehrer, Entspannungspädagoge.

 

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